Fußweg von Mariaort nach Eilsbrunn

Der Pfarrersteig

 
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Auch heute noch heißt der Weg von der Wallfahrtskirche Mariaort nach Eilsbrunn der „Pfarrersteig“.

Pfarrkirche St.Wolfgang in Eilsbrunn
Jahrhundertlang mussten die Geistlichen von Eilsbrunn diesen beschwerlichen Weg täglich hin und zurück marschieren, auch bei schlechtem Wetter und Dunkelheit.

Einen Eindruck davon übermittelt in seinem Tagebuch der ehemaliger Kooperator Johann Baptist Hoffmann (1852 – 1938). Hier offenbart sich ein Priesterschicksal im Kulturkampf zwischen katholischer Kirche und dem preußischen Staat. Nach der heimlichen Priesterweihe musste er seine Heimatdiözese verlassen und bekam seine erste Anstellung durch Bischof von Senestrey von Regensburg in Eilsbrunn, einer ausgedehnten Pfarrei mit mehreren Kirchen.



Wallfahrtskirche Mariaort

Auszug aus dem Tagebuch des Pfarrers:

„Mein Hauptwirkungskreis war die Filiale mit der herrlichen an Naab und Donau gelegenen Wallfahrtskirche Mariaort. Tag für Tag ging ich 10 Jahre lang morgens eine Stunde weit über die Berge zelebrieren. In dieser Zeit habe ich die Koordinatorenstelle allein versehen, während auf dieser beschwerlichen und strapazen-reichen Stelle vorher in 20 Jahren 30 Kooperatoren tätig waren.
Die außerordentlichen Anstrengungen fanden die Anerkennung des Bischofs von Senestrey. Er hat mir mehrmals eine schöne und gute Kooperatorenstelle angeboten. Ich hatte aber meine schwierige Stelle so lieb gewonnen und bat daher mich zu belassen. Mehrmals wurde ich von der Diözese Köln angefordert und ging nach 10 Jahren zurück, denn ich dachte an die Not in meiner Heimatdiözese, was ich später bereute“.